Die Lokomotive 99 633

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Der Lebenslauf der 99 633
Mit der 18,98 km langen Linie Warthausen – Ochsenhausen eröffnete die Württembergische Staatsbahn am 30.11.1899 ihre fünfte Schmalspurbahn. Um die Jahrhundertwende wurden außerdem einige Strecken verlängert, was zu einem erhöhten Lokomotivbedarf führte.
Bei den notwendigen Neubauten schuf die Maschinenfabrik Esslingen mit der Gattung Tssd eine neue Lokomotivtype. T stand dabei für Tenderlokomotive, ss für Schmalspur von 750 mm und d für Duplexlokomotive. Diese Lokomotiven, welche nach ihrem Erfinder auch "Mallet"-Lokomotiven genannt wurden, arbeiteten nach dem Vierzylinder-Verbund-Prinzip.
Das heißt, der Dampfüberdruck wurde zuerst in einem Hochdrucktriebwerk und der dann teilentspannte Dampf nochmals in einem Niederdrucktriebwerk genutzt. Dadurch konnte eine gewisse Kohlenersparnis erzielt werden, was im kohlenarmen und sparsamen Württemberg sehr wichtig war. Weiterhin konnte das vordere Triebwerk in einem Drehgestell untergebracht werden, wodurch die Maschinen sehr gut auch enge Kurven durchfahren konnten, was bei den einfach gebauten und kurvenreichen Schmalspurstrecken sehr wichtig war.
Die Maschinen bewährten sich dann auch recht gut auf den krümmungsreichen Schmalspurstrecken Württembergs, obwohl die Bauart sehr kompliziert und recht unterhaltungsaufwendig war.In den Jahren 1899 und 1901 lieferte die Maschinenfabrik Esslingen zunächst sechs Fahrzeuge mit den Fabrik-Nr. 3070 – 3072 und 3198 – 3200. Insgesamt 4 Lokomotiven, darunter die 99 633, wurden dabei fabrikneu nach Ochsenhausen geliefert.
Drei weitere Exemplare folgten als Nr. 3294, 3503 und 3698 in den Jahren 1904, 1908 und 1913. Diese Lokbauart war mit insgesamt 9 Lokomotiven damit die am häufigsten gebaute Schmalspurlokomotive der Württembergischen Staatsbahn. Bis 1928 wurde von der 99 633 und ihren Schwestermaschinen der gesamte Verkehr auf dem Öchsle durchgeführt.
Als dann stärkere Maschinen aus Sachsen beschafft werden konnten (gleiche Bauart wie die Lok Rosa des Öchsle), wurden die Maschinen zur weniger steigungsreichen Federseebahn Schussenried - Riedlingen abgegeben.
Zur Aushilfe kehrte die Lok jedoch immer wieder auf ihre alte Stammstrecke, das Öchsle, zurück. Am 18.03.1969 wurde die 99 633 als letzte ihrer Bauart ausgemustert und von der DGEG – der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V. – übernommen.
Nach einer sehr aufwendigen Aufarbeitung wurde die Lok ab Oktober 1982 auf der Strecke Möckmühl – Dörzbach für Sonderzüge eingesetzt. Bereits im Frühjahr 1985 wurde sie jedoch zur entstehenden Öchsle Museumsbahn verliehen und war dort ab 29.06.1985 im Museumsverkehr eingesetzt.
Nach einem Unfall mit einem PKW am 22.09.1990 musste die Lok zur Fahrwerksinstandsetzung in das Dampflokomotivwerk Meiningen überführt werden und kehrte danach nicht mehr nach Ochsenhausen zurück. Die DGEG wollte damals die Lok wieder auf der Strecke Möckmühl – Dörzbach einsetzen. Diese Pläne zerschlugen sich jedoch, die Gleise in Möckmühl wurden abgebaut, und so schlummerte die 99 633 im Dornröschenschlaf seit 1992 im Lokschuppen in Möckmühl.
Der große Traum: 99 633 soll wieder fahren
Wer kennt sie nicht – die 99 633? Die Sendung Eisenbahnromantik hat sie zu einer der bekanntesten Lokomotiven Deutschlands gemacht. Wie viele Tausend Male die Dampflokomotive 99 633 über die heimischen Bildschirme geschaukelt ist, kann wohl niemand genau sagen.
Am 1. Juni 2002 kehrte die württembergische Tssd (Nummer 43) auf Grundlage eines langfristigen Mietvertrages auf ihre alte Stammstrecke – das Öchsle – zurück. Im September 2007 konnte die Lokomotive schließlich nach längeren Verhandlungen von der DGEG erworben werden. In den letzten Jahren wurde vom Verein zielstrebig auf dieses Ziel hingearbeitet und Mittel hierfür angespart bzw. durch die Bewirtschaftung des Speisewagens erarbeitet. Der nicht unerhebliche Kaufpreis konnte vom Verein deshalb vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt werden.
Die erste Hürde ist mit dem Kauf der Lok geschafft: Ziel und Traum aller Öchsle-Mitglieder ist aber die Wiederinbetriebnahme der 99 633.
Bis zur Betriebsfähigkeit sind allerdings noch einige Hürden zu meistern, vor allem finanzieller Art. Der Original-Kessel aus dem Jahre 1899 ist stark reparaturbedürftig und muss deshalb erneuert werden. Ein Kesselneubau kann nur von einer hierzu zugelassenen Spezialwerkstätte geleistet werden.Neben den Kosten des neuen Kessels werden auch weitere Kosten für notwendige Instandsetzungen an der Lokomotive anfallen. Je nachdem wie viele dieser Arbeiten in Eigenleistung von den Aktiven des Öchsle Schmalspurbahn e.V. erbracht werden können, schätzen wir die Gesamtkosten für die Wiederinbetriebnahme der Lokomotive auf 150.000,- € bis 200.000,- €. Dies ist aus eigener Kraft durch den Verein nicht zu schaffen! Der Verein ist deshalb zur Erreichung dieses Zieles auf Spenden angewiesen.

Ihre Spende hilft
Helfen auch Sie mit einer Spende, dieses Ziel schneller zu erreichen, damit sich in nicht allzu ferner Zeit Alt und Jung wieder an dieser einzigartigen Lokomotive erfreuen können.
Spendenkonto des Öchsle e. V.:
Kreissparkasse Biberach, BLZ 654 500 70
Konto 616 944
Da der Verein gemeinnützig ist, können Spenden bis 200,- € unter Vorlage der Überweisungsquittung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Für größere Spenden erhalten Sie bei vollständiger Adressenangabe eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.
Sie können das Projekt auch unterstützen, indem Sie Mitglied werden: Aufnahmeantrag (PDF)
Für weitere Informationen steht Ihnen unser Zugpersonal gerne zur Verfügung. Wir freuen uns über Ihr Interesse und bedanken uns für ihre Unterstützung. Natürlich können Sie uns auch eine E-Mail senden:
info@das-oechsle.de
Das Faltblatt zur 99 633 mit allen Infos finden Sie hier.
"99 633 wird wieder dampfen" - mit diesen Spendenurkunden bedankt sich der Verein Öchsle Schmalspurbahn e.V. für die Unterstützung.
Als Dank für Ihre Unterstützung erhalten Sie:
Ab 100,- € eine Stifterurkunde.
Ab 250,- € eine Stifterurkunde in Bronze.
Ab 500,- € eine Stifterurkunde in Silber und
einen Nachguss des Lokschildes.
Ab 996,33 € eine Stifterurkunde in Gold und einen
Eintrag auf der Spendertafel an der Lok.
Konto 616 944, Kreissparkasse Biberach, BLZ 654 500 70
Der Spendenstand
Die Entwicklung des Spendenkontos für die 99 633:

31.12.2003: 5.344 €
30.06.2004: 5.882 €
31.12.2004: 7.214 €
30.06.2005: 7.589 €
31.12.2005: 9.084 €
30.06.2006: 10.337 €
31.12.2006: 12.713 €
31.06.2007: 42.533 € - Kauf der Lok
31.12.2007: 11.653 €
31.12.2008: 24.400 €
31.12.2010: 110.000 €
13.02.2012: 155.652 €
Technische Daten

Betriebsnummer K.W.St.E.: 43
Betriebsnummer DR/DB: 99 633
Erbauer: Maschinenfabrik Esslingen
Baujahr: 1899
Fabriknummer: 3072

Leistung: 250 PS
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Leergewicht: 21,8 Tonnen
Dienstgewicht: 28,7 Tonnen
Wasservorrat: 2,50 m3
Kohlevorrat: 1,00 t
Beschaffungspreis: 36240 Reichsmark
(damaliger Handwerkerlohn zum Vergleich 30 Pf/Std)

Kesselabnahme, Esslingen, 6. Oktober 1899 (vergrößern)
Quellennachweis:
- Brod, Michael: Die Dampflokomotive 99 633, DGEG e. V., 1983
- Obermayer, Horst J.: Taschenbuch Deutsche Schmalspur-Dampflokomotiven,
Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart; 1980



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